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	<title>Rechte &amp; Pflichten Archives - KFR Kanzlei für Real Estate</title>
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	<description>Kirchhoff Franke Riethmüller und die Kanzlei für Real Estate</description>
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	<title>Rechte &amp; Pflichten Archives - KFR Kanzlei für Real Estate</title>
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		<title>Virtuelle Eigentümerversammlungen &#038; Steckersolargeräte: neue WEG-Regelungen 2024</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Jungclaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 01 Oct 2024 09:22:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechte & Pflichten]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsprechungs-Updates]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungseigentumsrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 27.09.2024 die Erleichterung der Anbringung von Steckersolargeräten (also auch Balkonkraftwerken) gebilligt. Außerdem wird mit der Gesetzesänderung auch die Möglichkeit geschaffen, Eigentümerversammlungen vollständig online abzuhalten. KFR – Kanzlei für Real Estate fasst die wichtigsten Änderungen zusammen. Privilegierung der Installation von Steckersolargeräten § 20 Abs. 2 WEG wird um eine [&#8230;]</p>
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									<p>Der Bundesrat hat in seiner Sitzung am 27.09.2024 die <strong>Erleichterung der Anbringung von Steckersolargeräten</strong> (also auch Balkonkraftwerken) gebilligt. Außerdem wird mit der Gesetzesänderung auch die Möglichkeit geschaffen, <strong>Eigentümerversammlungen vollständig online abzuhalten.</strong> <a href="https://kfr.law/" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a> fasst die wichtigsten Änderungen zusammen.</p><h2><strong>Privilegierung der Installation von Steckersolargeräten</strong></h2><p><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );"><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/__20.html" target="_blank" rel="noopener">§ 20 Abs. 2 WEG</a> wird um eine Nr. 5 ergänzt. Damit kann mit dieser Gesetzesänderung </span><em>„jeder Wohnungseigentümer angemessene bauliche Veränderungen verlangen, die der Stromerzeugung durch Steckersolargeräte dienen.“ </em></p><p>Sinn und Zweck des § 20 Abs. 2 WEG ist, dass eine unwillige Mehrheit bauliche Veränderungen nicht mehr verhindern können soll, die für einzelne Wohnungseigentümer „besonders bedeutsam“ und „aus gesamtgesellschaftlicher Perspektive sinnvoll“ wären. Zu einer derartigen baulichen Veränderung soll nun auch die Installation eines Steckersolargerätes dienen.</p><p>Die Regelung in § 20 Abs. 2 WEG muss für Fälle des vermieteten Wohnungs-/Teileigentums im Zusammenspiel mit den mehr oder weniger parallel geregelten Rechten des Mieters aus<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__554.html" target="_blank" rel="noopener"> § 554 BGB</a> gesehen und in der Anwendung auch entsprechend harmonisiert werden. Aus diesem Grund wurde auch der § 554 entsprechend angepasst und lautet ab Inkrafttreten der Änderung:</p><p><em>„Der Mieter kann verlangen, dass ihm der Vermieter bauliche Veränderungen der Mietsache erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen, dem Laden elektrisch betriebener Fahrzeuge, dem Einbruchsschutz <strong>oder der Stromerzeugung durch Steckersolargeräte</strong> dienen. Der Anspruch besteht nicht, wenn die bauliche Veränderung dem Vermieter auch unter Würdigung der Interessen des Mieters nicht zugemutet werden kann. Der Mieter kann sich im Zusammenhang mit der baulichen Veränderung zur Leistung einer besonderen Sicherheit verpflichten; § 551 Absatz 3 gilt entsprechend.“</em></p><p>Unter Steckersolargeräten werden nach der Gesetzesbegründung und gemäß den technischen Normen des <a href="https://www.vde.com/de" target="_blank" rel="noopener">Verbandes der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e. V. (VDE)</a>/Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) derzeit kleine PV-Anlagen bis maximal 600 Watt (W) Wechselrichterleistung verstanden. In der Regel handelt es sich um laienbedienbare Geräte, die aus (wenigstens) je einem Photovoltaik-Modul, einem netzgekoppelten Wechselrichter, einer Anschlussleistung und einem Stecker zum Anschluss an Endstromkreise bestehe. Mehr zu rechtlichen Fragen rund um Mietrecht und Eigentum – <a href="https://kfr.law/rechtsgebiete/asset-management-und-mietrecht/" target="_blank" rel="noopener">hier klicken</a>.  </p><h2><strong>Virtuelle Eigentümerversammlung</strong></h2><p>Mit Nummer 2 wird eine Beschlusskompetenz für reine Online-Versammlungen („virtuelle Wohnungseigentümerversammlungen“) geschaffen. Die bisherige Möglichkeit, die Online-Teilnahme an Präsenzversammlungen zu ermöglichen („hybride Wohnungseigentümerversammlungen“), bleibt unverändert bestehen. Es besteht mithin künftig die Wahl, Wohnungseigentümerversammlungen in Präsenz, hybrid oder rein virtuell durchzuführen.</p><p><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );"><a href="https://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/__23.html" target="_blank" rel="noopener">§ 23 WEG</a> wird um einen Abs. 1a ergänzt, der lautet:</span></p><p><em>„(1a) Die Wohnungseigentümer können mit mindestens drei Vierteln der abgegebenen Stimmen beschließen, dass die Versammlung innerhalb eines Zeitraums von längstens drei Jahren ab Beschlussfassung ohne physische Präsenz der Wohnungseigentümer und des Verwalters an einem Versammlungsort stattfindet oder stattfinden kann (virtuelle Wohnungseigentümerversammlung). Die virtuelle Wohnungseigentümerversammlung muss hinsichtlich der Teilnahme und Rechteausübung mit einer Präsenzversammlung vergleichbar sein.“</em></p><h3><strong>Übergangsregelung bis 2028</strong></h3><p>Zudem wurde <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/woeigg/__48.html" target="_blank" rel="noopener">§ 48 WEG</a>, der die Übergangsvorschriften enthält, durch einen Absatz 6 ergänzt:</p><p><em>„(6) Fassen die Wohnungseigentümer vor dem 1. Januar 2028 einen Beschluss nach § 23 Absatz 1a, ist bis einschließlich 2028 mindestens einmal im Jahr eine Präsenzversammlung durchzuführen, sofern die Wohnungseigentümer hierauf nicht durch einstimmigen Beschluss verzichten. Ein Verstoß gegen diese Pflicht führt nicht zur Nichtigkeit oder Anfechtbarkeit der in einer virtuellen Wohnungseigentümerversammlung gefassten Beschlüsse.“</em></p><p>Durch diese Übergangsregelung soll den Wohnungseigentümerinnen und -eigentümern die Umstellung auf virtuelle Wohnungseigentümerversammlungen erleichtert werden und verhindert werden, dass weniger technikaffine Menschen von der rein virtuellen Eigentümerversammlung „überrumpelt“ werden. Da im Jahr 2027 eine Evaluation der WEG-Reform durchgeführt werden soll, ist der zeitliche Rahmen bis 2028 nicht zufällig gewählt. So soll der Gesetzgeber die Möglichkeit erhalten, etwaige Schwachstellen der virtuellen Eigentümerversammlung noch vor Ablauf dieser Frits durch Gesetzesänderung zu beheben.</p><h2><strong>Praxishinweis</strong></h2><p>Der Verwalter sollte die Wohnungseigentümer über die neuen Möglichkeiten aufklären und gleichzeitig – falls noch nicht geschehen – seine technischen Möglichkeiten zur Durchführung virtueller Eigentümerversammlungen überprüfen und ggfs. an die Erfordernisse anpassen.</p><p>Durch die Möglichkeit, rein virtuelle Eigentümerversammlungen abzuhalten, könnte auch das Leben des Verwalters erheblich vereinfacht werden, denn eine enge zeitliche Begrenzung, wie sie derzeit in der Rechtsprechung für Eigentümerversammlungen oft noch angenommen wird (keine Versammlungen in Urlaubszeiten, keine Versammlungen zur „Unzeit“) könnten durch die Möglichkeit, sich von überall zuschalten zu können, der Vergangenheit angehören. Dadurch könnte auch das Berufsbild des Wohnungseigentümerverwalters attraktiver werden.</p><p>Vermietende Eigentümer können sich gegen die vielfach abwertend betrachteten Balkonkraftwerke gegenüber ihrem Mieter nun kaum noch zur Wehr setzen, da sie ihrerseits einen Anspruch auf Installation gegen die Eigentümergemeinschaft haben und die Zumutbarkeitsschwelle dadurch erheblich herabgesetzt ist. Verwalter könnten hier proaktiv Grundlagenbeschlüsse fassen lassen, um den Vermietern das Leben zu erleichtern. </p>								</div>
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					<h6 class="elementor-heading-title elementor-size-default">KFR Kanzlei für Real Estate – Hamburg &amp; München
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		<title>OVG Hamburg: Bloße Vermutung reicht für Bodenuntersuchungen nicht aus</title>
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		<dc:creator><![CDATA[beechwood_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Jun 2018 07:06:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Rechte & Pflichten]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungseigentumsrecht]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seitens der Behörde angeordnete Bodenuntersuchungsmaßnahmen sind vom Eigentümer nicht zu dulden, wenn diese auf bloßen Vermutungen beruhen. KFR – Kanzlei für Real Estate erläutert die Entscheidung des OVG Hamburg und deren Bedeutung für Grundstückseigentümer. Hintergrund der Entscheidung Allein der Umstand, dass auf einem Grundstück über Jahre mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde, genügt nicht, um einen [&#8230;]</p>
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									<p>Seitens der Behörde angeordnete Bodenuntersuchungsmaßnahmen sind vom Eigentümer nicht zu dulden, wenn diese auf bloßen Vermutungen beruhen.</p><p>KFR – Kanzlei für Real Estate erläutert die Entscheidung des <a href="https://justiz.hamburg.de/gerichte/oberverwaltungsgericht" target="_blank" rel="noopener">OVG Hamburg</a> und deren Bedeutung für Grundstückseigentümer.</p><h2><strong>Hintergrund der Entscheidung</strong></h2><p>Allein der Umstand, dass auf einem Grundstück über Jahre mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde, genügt nicht, um einen Gefahrenverdacht für schädliche Bodenveränderungen oder Altlasten zu begründen, auf die orientierende Untersuchungsmaßnahmen im Sinne des <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bbodschg/__9.html" target="_blank" rel="noopener">§ 9 Abs. 1 BBodSchG</a> gestützt werden können, die Duldungspflichten zu Eingriffen in das Grundstück begründen. Hinzukommen muss insoweit, dass Anhaltspunkte dafür bestehen, dass beim Umgang Schadstoffe durch anthropogene Prozesse iSv § 3 Abs. 1 oder 2 BBodSchV in den Boden gelangt sind.</p><h2><strong>Der Fall vor dem OVG Hamburg</strong></h2><p>Gegenstand dieser Entscheidung des OVG Hamburg ist eine auf § 9 BBodSchG iVm § 4 HmbBodSchG gestützte Anordnung der <a href="https://www.hamburg.de/politik-und-verwaltung/behoerden/behoerde-fuer-stadtentwicklung-und-wohnen" target="_blank" rel="noopener">Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU)</a> an den Grundstückseigentümer, die Durchführung von orientierenden Untersuchungen zur Prüfung, ob auf dem Grundstück schädliche Bodenverunreinigungen vorliegen, zu dulden.</p><p>Zur Begründung wurde seitens der Behörde ausgeführt, dass über einen Zeitraum von zwölf Jahren in den 1970er und 1980er Jahren auf dem Grundstück eine chemische Reinigung betrieben und seinerzeit aller Voraussicht nach mit Schadstoffen umgegangen worden sei. Bereits der bestimmungsgemäß Betrieb der chemischen Reinigung ließe nicht unerhebliche Einträge in den Boden vermuten. Weitergehende Gründe wurden von der BSU nicht angeführt.</p><p>Das OVG Hamburg hat die Duldungsanordnung aufgehoben, weil die tatbestandlichen Voraussetzungen des § 9 Abs. 1 S. 1 BBodSchG für entsprechende Maßnahmen nicht vorgelegen haben.</p><h2><strong>Rechtliche Bewertung</strong></h2><p>Nach dieser Vorschrift soll die Behörde zur Ermittlung des Sachverhalts die geeigneten Maßnahmen ergreifen, wenn ihr Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass eine schädliche Bodenveränderung oder Altlast vorliegt.</p><p>Die BSU sei für das Vorliegen von solchen Anhaltspunkten jedoch beweisfällig geblieben. Allein der Umstand, dass auf dem Grundstück über Jahre mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen worden sei, genüge nicht, um einen nach § 9 Abs. 1 S. 1 BBodSchG erforderlich Gefahrenverdacht zu begründen.</p><p>Für die Annahme eines solchen Gefahrenverdachts sei es erforderlich (aber auch ausreichend), dass tatsächliche Indizien, die über einer bloßen Vermutung ins „Blaue“ hinein hinausgingen, vorliegen. Von Anhaltspunkten iSv § 9 Abs. 1 S. 1 BBodSchG sei auszugehen, wenn eine – auch nur geringe – Tatsachenbasis vorliege, die zu dem Schluss berechtige, dass das Vorliegen einer schädlichen Bodenveränderung oder Altlast nicht ganz unwahrscheinlich ist.</p><p>§ § 3 Abs. 1 und 2 BBodSchV, der eine nicht abschließende Aufzählung von Beispielen für hinreichende Anhaltspunkte enthält, zeige, dass insbesondere nicht auf das bloße „Vorkommen“ von Schadstoffen, sondern vielmehr auf den „Umgang“ und einen möglichen schädlichen Bodeneintrag ankomme.</p><p>Hieran mangelte es im vom OVG Hamburg entschiedenen Fall.</p><h3><strong>Kommentar von KFR &#8211; Kanzlei für Real Estate</strong></h3><p>Eigentümer von Grundstücken stimmen Duldungsanordnungen für orientierende Untersuchungen von Behörden häufig (zu schnell) zu, weil sie davon ausgehen, sich gegen diese Maßnahmen nicht mit Erfolg zur Wehr setzen zu können.</p><p>Die vom OVG Hamburg aufgezeigten Rechtmäßigkeitsmaßstäbe machen jedoch deutlich, dass orientierende Bodenuntersuchungen seitens der Behörde nur zulässig sind, wenn diese tatsächliche Anhaltspunkte nachweisen kann, die einen konkreten Schadstoffeintrag in den Boden nahelegen.</p><p>Da die Feststellung von schädlichen Bodenveränderungen oder Altlasten mit umfassenden und kostenintensiven Sanierungspflichten einhergehen können, für die die Behörde gemäß § 4 Abs. 3 BBodSchG nicht nur den Verursacher, sondern auch den (ggf. nachfolgenden) Grundstückseigentümer heranziehen kann, empfiehlt es sich zur Vermeidung von Sanierungsanordnungen bereits auf der ersten Stufe zu prüfen, ob die Duldungsanordnung für orientierende Bodenuntersuchungen rechtmäßig ist und – sollte dies nicht der Fall sein – sich gegen diese zu wenden.</p><p><em>Fundstelle: NVwZ-RR 2018, 181 – OVG Hamburg, Urt. vom 12. Oktober 2017 – 2 Bf 1/16</em></p>								</div>
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		<title>Baulast begründet Duldungspflicht nach § 1004 Abs. 2 BGB</title>
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		<dc:creator><![CDATA[beechwood_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Mar 2018 08:13:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Rechte & Pflichten]]></category>
		<category><![CDATA[Wohnungseigentumsrecht]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://projekte.muk-digital.de/kfr/?p=1006</guid>

					<description><![CDATA[<p>Ein Grundstückseigentümer, der eine Baulast zugunsten eines Nachbargrundstücks übernommen hat, kann von dem Begünstigten keine Handlungen verlangen, die diesen gerade an der Ausübung der ihm zustehenden Rechte hindern. Insbesondere kann er keinen Unterlassungsanspruch aus § 1004 Abs. 2 BGB geltend machen.  KFR – Kanzlei für Real Estate erläutert die Entscheidung des OLG Hamm und deren [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="1006" class="elementor elementor-1006" data-elementor-post-type="post">
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									<p>Ein Grundstückseigentümer, der eine Baulast zugunsten eines Nachbargrundstücks übernommen hat, kann von dem Begünstigten keine Handlungen verlangen, die diesen gerade an der Ausübung der ihm zustehenden Rechte hindern. Insbesondere kann er keinen Unterlassungsanspruch aus § 1004 Abs. 2 BGB geltend machen. </p><p>KFR – Kanzlei für Real Estate erläutert die Entscheidung des <a href="https://www.olg-hamm.nrw.de" target="_blank" rel="noopener">OLG Hamm </a>und deren Bedeutung für Grundstückseigentümer.</p><h2><strong>Hintergrund der Entscheidung</strong></h2><p>Nach ständiger Rechtsprechung des BGH begründet eine zugunsten eines anderen übernommene Baulast zwar nur eine öffentlich-rechtliche Verpflichtung, die insbesondere dem Eigentümer des begünstigten Grundstücks keinen privatrechtlichen Nutzungsanspruch gewährt.</p><p>Allerdings ist der Baulastgeber an die von ihm gegenüber der Bauaufsichtsbehörde übernommene Verpflichtung gebunden.</p><p>Aus diesem Grund steht – wie der BGH bereits 1981 entschieden hat – der Grundsatz von Treu und Glauben<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__242.html" target="_blank" rel="noopener"> (§ 242 BGB)</a> einem baulastwidrigen Herausgabeverlangen des Eigentümers entgegen (BGH, Urt. v. 9. Januar 1981 – V ZR 58/79).</p><h2><strong>Entscheidung des OLG Hamm</strong></h2><p>Nach Ansicht des OLG Hamm kann nichts anderes für den Unterlassungsanspruch gelten. Denn das baulastrechtswidrige Verlangen eines Grundstückseigentümers sei in beiden Fällen rechtsmissbräuchlich.</p><p>Wenn sich jemand gegenüber der Bauaufsichtsbehörde verpflichtet, seinem Nachbarn ein Nutzungsrecht zu gewähren, so darf er keine Handlungen vornehmen, die dazu im Widerspruch stehen, die also den Nachbarn an der Ausübung der Rechte aus der Baulast hindern.</p><p>Dies gilt jedenfalls, solange keine Anhaltspunkte dafür bestehen, dass die Bauaufsichtsbehörde die Baulast nicht durchsetzen oder auf sie verzichten wird.</p><h2><strong>Abgrenzung: Öffentliches und privates Recht</strong></h2><p>Bei der Frage des Rechtsmissbrauchs darf nicht allein die privatrechtliche Beziehung der Parteien berücksichtigt werden. Es kommt insoweit auch auf die sich aus dem öffentlichen Recht ergebenden Verpflichtungen an.</p><h2><strong>Fazit von KFR &#8211; Kanzlei für Real Estate</strong></h2><p>Die Entscheidung des OLG Hamm steht nicht im Widerspruch dazu, dass eine Baulast dem Begünstigen grds. keinen zivilrechtlichen Nutzungsanspruch gewährt. Es wird dem Baulastbegünstigten „nur“ eine Abwehrmöglichkeit gegen ein baulastwidriges Verlangen eingeräumt.</p><p>Diese Abwehrmöglichkeit gilt jedoch nur für die Zeit des Bestands der Baulast und bleibt damit hinter einem zivilrechtlich gewährten Nutzungsrecht zurück, zumal allein die Bauaufsichtsbehörde über den Fortbestand einer Baulast entscheidet.</p><p><em>Von Ines Hartwich</em></p><p><em>Fundstelle: OLG Hamm, Urt. v. 6. Juli 2017 – 5 U 152/16, abgedruckt in: RNotZ 2017, 665</em></p>								</div>
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					<h6 class="elementor-heading-title elementor-size-default">KFR Kanzlei für Real Estate – Hamburg &amp; München
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									<p>Unverbindlich anfragen: <a href="mailto:info@kfr.law">info@kfr.law</a></p>								</div>
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