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	<title>Bau- und Architektenrecht Archives - KFR Kanzlei für Real Estate</title>
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	<description>Kirchhoff Franke Riethmüller und die Kanzlei für Real Estate</description>
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	<title>Bau- und Architektenrecht Archives - KFR Kanzlei für Real Estate</title>
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		<title>Kündigungsregelungen in der VOB/B unwirksam – Folgen für die Baupraxis</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Jungclaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2024 15:39:47 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bau- und Architektenrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verträge & Haftung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit Urteil vom 19. Januar 2023 – VII ZR 34/20 entschieden, dass die Kündigungsregelung in § 4 Abs. 7 S. 3 VOB/B in Verbindung mit § 8 Abs. 3 Nr. 1 S. 1 Var. 1 VOB/B einer Inhaltskontrolle nach § 307 BGB nicht standhält.KFR – Kanzlei für Real Estate erläutert die [&#8230;]</p>
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									<p>Der <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noopener"><strong>Bundesgerichtshof (BGH)</strong></a> hat mit Urteil vom <strong>19. Januar 2023 – VII ZR 34/20</strong> entschieden, dass die Kündigungsregelung in <strong>§ 4 Abs. 7 S. 3 VOB/B</strong> in Verbindung mit <strong>§ 8 Abs. 3 Nr. 1 S. 1 Var. 1 VOB/B</strong> einer Inhaltskontrolle nach <strong>§ 307 BGB</strong> nicht standhält.<br />KFR – Kanzlei für Real Estate erläutert die Hintergründe und die Konsequenzen für die Baupraxis.</p><p><a href="https://kfr.law/blog/2/" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a> erläutert die Hintergründe und die Konsequenzen für die Baupraxis.</p><h2><strong>Hintergrund: Kündigung bei Mängeln während der Ausführung</strong></h2><p>Nach der bisherigen Regelung konnte der Auftraggeber dem Auftragnehmer den Auftrag entziehen, wenn dieser <strong>erkannte Mängel trotz Fristsetzung</strong> nicht beseitigte.</p><p>§ 4 Abs. 7 VOB/B lautet wie folgt:</p><p><em>„Leistungen, die schon während der Ausführung als mangelhaft oder vertragswidrig erkannt werden, hat der Auftragnehmer auf eigene Kosten durch mangelfreie zu ersetzen. Hat der Auftragnehmer den Mangel oder die Vertragswidrigkeit zu vertreten, so hat er auch den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen. <strong>Kommt der Auftragnehmer der Pflicht zur Beseitigung des Mangels nicht nach, so kann ihm der Auftraggeber eine angemessene Frist zur Beseitigung des Mangels setzen und erklären, dass er nach fruchtlosem Ablauf der Frist den Vertrag kündigen werde (§ 8 Absatz 3).</strong>“</em></p><h3><strong>BGH: Kündigung auch bei geringfügigen Mängeln möglich – Verstoß gegen §307 BGB </strong></h3><p>Konkret begründet der BGH seine Entscheidung damit, dass die Kündigungsregelung in § 4 Abs. 7 S. 3 VOB/B iVm § 8 Abs. 3 Nr. 1 S. 1 Var. 1 VOB/B den wesentlichen Grundgedanken einer Kündigung aus wichtigem Grund widerspreche.</p><p>Nach § 4 Abs. 7 S. 1 VOB/B hat der Auftragnehmer Leistungen, die schon während der Ausführung als mangelhaft oder vertragswidrig erkannt werden durch mangelfreie zu ersetzen. Kommt der Auftragnehmer der Pflicht zur Beseitigung des Mangels nicht nach, so kann ihm der Auftraggeber eine angemessene Frist zur Beseitigung des Mangels setzen und erklären, dass er nach fruchtlosem Ablauf der Frist den Vertrag kündigen werde, § 4 Abs. 7 S. 3 VOB/B.</p><p>Insbesondere – so der BGH – könne der Auftraggeber damit losgelöst von den Kriterien, die an eine Kündigung aus wichtigem Grund geknüpft sind – wie beispielsweise Art, Umfang und Schwere oder den Auswirkungen – bereits bei Geringfügigkeit von Vertragswidrigkeiten oder Mängeln während der Ausführungsphase kündigen. Damit kann selbst bei unwesentlichen Mängeln, die den Auftraggeber z.B. nach § 640 Abs. 1 S. 2 BGB nicht zur Verweigerung der Abnahme berechtigen würden, gekündigt werden.</p><p>Vor diesem Hintergrund stellt sich insbesondere die Frage, welche Folge die BGH-Entscheidung für die baurechtliche Praxis hat.</p><h2><strong>Wann gilt die Entscheidung?</strong></h2><p>Hinzuweisen ist zunächst darauf, dass Vorstehendes nur gilt, wenn die VOB/B nicht als Ganzes vereinbart worden ist. Sofern die VOB/B als Ganzes in einen Vertrag miteinbezogen wird, gelten die Regelungen anhand derer eine Prüfung, ob eine Regelung unwirksam ist oder nicht, nicht.</p><p>Der BGH begründet dies damit, dass die VOB/B, welche weder ein Gesetz noch eine Verordnung im Rechtssinne darstellt, sondern lediglich Allgemeine Geschäftsbedingungen sind, im Gegensatz zu anderen Allgemeinen Geschäftsbedingungen nicht nur die Interessen <em>einer</em> Partei, sondern vielmehr einen Ausgleich der Interessen beider Parteien anstrebe und daher als ausgewogen gilt (BGHZ 86, 135 = 1983, 816).</p><p>Weiter argumentiert der BGH allerdings, dass aber bereits geringfügige inhaltliche Abweichungen von der VOB/B eine Inhaltskontrolle nach § 307 BGB, wonach sich die Wirksamkeit einer Regelung beurteilt, eröffnen (BGHZ 157, 346 = NJW 2004, 1597) mit der Folge, dass § 4 Abs. 7 S. 3 VOB/B iVm § 8 Abs. 3 Nr. 1 S. 1 Var. 1 VOB/B unwirksam ist.</p><p>Mehr zu rechtlichen Fragen im Baurecht – <a href="https://kfr.law/rechtsgebiete/projektentwicklung/" target="_blank" rel="noopener">hier klicken.</a> </p><h2><strong>Weitere Kritikpunkte: Mängelrechte vor Abnahme</strong></h2><p>Die Entscheidung bestätigt hiermit die Unwirksamkeit einer weiteren Regelung aus der VOB/B. Bereits in der Vergangenheit wurden bereits Regelungen der VOB/B mit der Begründung, sie halten einer Inhaltskontrolle nicht stand, für unwirksam erklärt. In jedem Fall wird man die Kündigungsrechte der VOB/B in Zukunft weiterhin kritisch bewerten müssen.</p><h2><strong>Konsequenzen für die Baupraxis</strong></h2><p>Nicht auseinandergesetzt hat sich der BGH in seiner Entscheidung hinsichtlich der Frage der Wirksamkeit von § 4 Abs.7 VOB/B mit dem Thema, dass § 4 Abs. 7 VOB/B dem Wortlaut nach dem Auftraggeber bereits Mängelbeseitigungsrechte zuspricht, obwohl noch gar keine Abnahme stattgefunden hat. Das gesetzliche Werkvertragsvertragsrecht kennt aber eigentlich keine Mängelrechte vor Abnahme. Dies folgt schon aus § 635 Abs. 1 BGB, wonach der Auftraggeber lediglich Nacherfüllungsansprüche hat.</p><p>In einem Urteil aus dem Jahr 2017 hat sich der BGH hierzu bereits geäußert: „<em>Ob ein Werk mangelhaft ist, beurteilt sich grundsätzlich im Zeitpunkt der Abnahme. Bis zur Abnahme kann der Unternehmer grundsätzlich frei wählen, wie er den Anspruch des Bestellers auf mangelfreie Herstellung aus §631 Abs. 1 BGB erfüllt. Könnte der Besteller bereits während der Herstellungsphase Mängelrechte aus § 634 BGB geltend machen, kann das mit einem Eingriff in dieses Recht des Unternehmers verbunden sein.“ </em>(BGH, Urteil vom 19.1.2017 –VII ZR 301/13 Rn. 32). Auch wenn der BGH hierzu in seinem Urteil vom 19.01.2023 schweigt, dürfte hierin ein weiterer Grund für die Unwirksamkeit dieser Regelung liegen.</p><h2><strong>Praxistipp von KFR – Kanzlei für Real Estate</strong></h2><p>Zusammengefasst sollten mit Rücksicht darauf, dass die Regelung in § 4 Abs. 7 S. 3 VOB/B oder aber ähnliche vertragliche Regelungen unserer Erfahrung nach erhebliche Bedeutung in der Baupraxis haben und ein Regelungsbedürfnis für etwaige Mängelrechte vor Abnahme besteht, vertragliche Gestaltungsmöglichkeiten anderweitig ausgeschöpft werden.</p><p>Hierfür steht Ihnen unser KFR-Team aus dem privaten Baurecht gern zur Verfügung.</p>								</div>
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		<title>Hat der EuGH die HOAI beerdigt oder leben Totgesagte länger?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[beechwood_admin]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 09 Jul 2021 07:01:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bau- und Architektenrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsprechungs-Updates]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Mit Urteil vom 4. Juli 2019 hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) das bindende Preisrecht in Bezug auf die Mindest- und Höchstsätze der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) für unzulässig erklärt. KFR – Kanzlei für Real Estate erläutert die Hintergründe, die Folgen und was das Urteil für die Praxis bedeutet. Hintergrund: Dienstleistungsrichtlinie und Preisrecht Seit [&#8230;]</p>
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									<p>Mit Urteil vom 4. Juli 2019 hat der <a href="https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/eugh-kurz-erklaert-353942" target="_blank" rel="noopener">Europäische Gerichtshof (EuGH)</a> das bindende Preisrecht in Bezug auf die Mindest- und Höchstsätze der <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/hoai_2013/BJNR227600013.html" target="_blank" rel="noopener">Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI)</a> für unzulässig erklärt.</p><p><a href="https://kfr.law/" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a> erläutert die Hintergründe, die Folgen und was das Urteil für die Praxis bedeutet.</p><h2><strong>Hintergrund: Dienstleistungsrichtlinie und Preisrecht</strong></h2><p>Seit dem Jahr 2006 ist in Artikel 15 Abs. 2 g der sogenannten „Dienstleistungsrichtlinie“ (2006/123/EG) geregelt, dass die Mitgliedstaaten der Europäischen Union nationale Vorschriften auf den Prüfstand stellen müssen, welche die „Beachtung von festgesetzten Mindest- und/oder Höchstpreisen durch den Dienstleistungserbringer“ regeln. Derartige Regelungen sind nur dann zulässig,</p><ul><li>wenn sie durch einen „zwingenden Grund des Allgemeininteresses“ gerechtfertigt und darüber hinaus</li><li>auch verhältnismäßig sind.</li></ul><p>Hintergrund hierfür ist die Sicherstellung des freien Dienstleistungsverkehrs innerhalb der Union, d.h. insbesondere soll Anbietern aus anderen Mitgliedstaaten ein Markteintritt durch Preiswettbewerb nicht erschwert werden.</p><h2><strong>Klage der Europäischen Kommission gegen Deutschland</strong></h2><p>Die <a href="https://commission.europa.eu/index_de" target="_blank" rel="noopener">Europäische Kommission</a> sieht keinen zwingenden Grund des Allgemeininteresses für die verbindlichen Mindest- und Höchstsätze für Architekten- und Ingenieurleistungen und hat daher die Bundesrepublik Deutschland vor dem EuGH verklagt.</p><p>Im Ergebnis ist der EuGH – ebenso wie zuvor der Generalanwalt – der Auffassung der Europäischen Kommission gefolgt. Der EuGH stützt sich hierbei im Wesentlichen auf folgende drei Argumente:</p><ul><li>die HOAI verstößt gegen die Niederlassungsfreiheit,</li><li>die Mindestpreise sind nicht zur Qualitätssicherung geeignet und</li><li>die Höchstpreise sind unverhältnismäßig.</li></ul><p>Die Bundesrepublik Deutschland hat nunmehr ein Jahr Zeit, das Urteil des EuGHs umzusetzen, d.h. neue, wirksame preisrechtliche Regelungen zu treffen.</p><h2><strong>Welche Folgen hat das Urteil des EuGHs?</strong></h2><p>Der EuGH hat keineswegs – wie teilweise fälschlicherweise in der Presse kolportiert – die HOAI „<em>beerdigt</em>“. Für unzulässig und damit unwirksam wurde lediglich der verbindliche Preisrahmen in § 7 Abs. 1 HOAI in der derzeitigen Fassung erklärt, welcher daher ab sofort unanwendbar ist. Dies hat indes keinen Einfluss auf die Formvorgaben in § 7 und die Rechtsfolgen in § 7 Abs. 5. Ferner ist es den Parteien unbenommen, die in der HOAI genannten Mindest- und Höchstsätze zu vereinbaren.</p><p>Auch die Leistungsbilder der HOAI unter Verweis auf die entsprechenden Anlagen gelten bei entsprechender vertraglicher Vereinbarung weiterhin fort. Hingegen dürfen im Rahmen eines Vergabeverfahrens Angebote, welche die Mindestsätze unter- oder aber die Höchstsätze überschreiten nicht mehr ausgeschlossen werden.</p><h2><strong>Auswirkungen auf Aufstockungsklagen</strong></h2><p>Für sogenannte „Aufstockungsklagen“ bei Honorarvereinbarungen unterhalb der Mindestsätze gilt, da auch die Gerichte das zwingende Preisrecht nicht mehr anwenden dürfen, dass diese mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit abgewiesen werden.</p><p>Im Übrigen bleibt abzuwarten, wie der Gesetzgeber auf das Urteil des EuGH reagiert. Bis dahin gilt mit Ausnahme der Mindest- und Höchstsätze: Totgesagte leben länger!</p>								</div>
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