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	<title>Mietvertrag &amp; Vertragsgestaltung Archives - KFR Kanzlei für Real Estate</title>
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	<description>Kirchhoff Franke Riethmüller und die Kanzlei für Real Estate</description>
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	<title>Mietvertrag &amp; Vertragsgestaltung Archives - KFR Kanzlei für Real Estate</title>
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		<title>BGH stärkt AGB-Kontrolle bei Wertsicherungsklauseln in Gewerberaummietverträgen</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Jungclaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 21 Apr 2026 13:02:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Management & Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mietvertrag & Vertragsgestaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Indexierungsklauseln gehören zum Standardrepertoire gewerblicher Mietverträge. Sie sichern den Vermieter gegen Kaufkraftverluste ab und sorgen für eine wirtschaftliche Anpassung der Miete bei langfristigen Mietverträgen. Doch was geschieht, wenn eine solche Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) den Mieter unangemessen benachteiligt? Greift dann die „milde&#8220; Rechtsfolge des § 8 des Preisklauselgesetzes (PrKG), nach der die Unwirksamkeit erst [&#8230;]</p>
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									<p><em>Indexierungsklauseln gehören zum Standardrepertoire gewerblicher Mietverträge. Sie sichern den Vermieter gegen Kaufkraftverluste ab und sorgen für eine wirtschaftliche Anpassung der Miete bei langfristigen Mietverträgen. Doch was geschieht, wenn eine solche Klausel in Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) den Mieter unangemessen benachteiligt? </em></p><p><em>Greift dann die „milde&#8220; Rechtsfolge des <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/prkg/__8.html" target="_blank" rel="noopener">§ 8 des Preisklauselgesetzes (PrKG)</a>, nach der die Unwirksamkeit erst ab rechtskräftiger Feststellung und nur für die Zukunft eintritt? Oder ist die Klausel nach <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__307.html" target="_blank" rel="noopener">§ 307 Abs. 1 BGB</a> von Anfang an – also ex tunc – unwirksam? </em></p><p><em>Der XII. Zivilsenat des BGH hat diese in Rechtsprechung und Literatur seit langem umstrittene Frage durch sein Urteil vom 11.03.2026 (</em><a href="https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/Zivilsenate/XII_ZS/2025/XII_ZR__51-25.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=1"><em>BGH XII ZR 51/25</em></a><em>) nun grundlegend geklärt. </em></p><p><em>Von Sinje Grefe </em></p><h2><strong>Welcher Sachverhalt lag der Entscheidung zugrunde?</strong></h2><p>Die Beklagte vermietete der Klägerin im August 2019 Gewerberäume zum Betrieb einer Physiotherapiepraxis. Der Mietvertrag hatte eine Mindestlaufzeit von zehn Jahren und enthielt in § 6 eine formularmäßige Wertsicherungsklausel, die als Ausgangswert den Verbraucherpreisindex für Mai 2017 – und damit an einen Zeitpunkt mehr als zwei Jahre vor Mietbeginn, anknüpfte. Die Mieterin musste somit die zwischenzeitlich eingetretene Inflation mittragen, ohne in diesem Zeitraum eine Gegenleistung erhalten zu haben.</p><p>Außerdem sah die Regelung vor, dass die Miete bei einer Änderung des Index „automatisch&#8220; angepasst wird; andererseits sollte die Änderung erst ab dem Folgemonat und nach schriftlicher Aufforderung durch den Vermieter wirksam werden.</p><p>Die Klägerin kam einem ersten Mieterhöhungsverlangen zunächst nach, berief sich dann aber auf die Unwirksamkeit der Klausel und zahlte weitere Erhöhungsbeträge nur unter Vorbehalt. Sowohl das Landgericht Düsseldorf als auch das Oberlandesgericht Düsseldorf gaben der Klägerin Recht.</p><h2><strong>Die Entscheidung des BGH</strong></h2><p>Der BGH hat die Revision der Vermieterin zurückgewiesen und die Entscheidungen der Vorinstanzen mit im Wesentlichen den folgenden Argumenten bestätigt:</p><h3><strong>1. Doppelte Kontrolle von Wertsicherungsklauseln</strong></h3><p>Eine in AGB eines Gewerberaummietvertrags enthaltene Indexierungsklausel unterliegt neben den Beschränkungen durch das Preisklauselgesetz auch der AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle nach <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__307.html" target="_blank" rel="noopener">§ 307 BGB</a>.</p><p>In diesem Falle hat der BGH eine unangemessene Benachteiligung des Klägers darin gesehen, dass die Indexklausel aus Ausgangswert auf einen Zeitpunkt vor Mietbeginn abgestellt hat, sodass der Mieter für die Inflationsentwicklung einzustehen hat, ohne dafür einen Gegenwert zu erhalten.</p><p>Zudem war die Regelung widersprüchlich hinsichtlich des Zeitpunktes der Mieterhöhung, sodass die Regelung intransparent ist.</p><h3><strong>2. Rechtsfolge bei Verstoß gegen § 307 BGB:</strong></h3><p>Der Unterschied eines Verstoßes gegen das Preisklauselgesetz und gegen die AGB-rechtliche Inhaltskontrolle ist die Rechtsfolge: Ein Verstoß gegen <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/prkg/__8.html" target="_blank" rel="noopener">§ 8 Preisklauselgesetz</a> führt dazu, dass die Regelung erst ab rechtskräftiger Feststellung für die Zukunft des Verstoßes unwirksam ist. Bei einem Verstoß gegen § 307 Abs. 1 BGB dagegen ist die Regelung ex tunc, mithin von Beginn an, unwirksam. </p><p>Der BGH hat festgestellt, dass wenn eine solche Klausel der AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle nicht standhält, sich die Rechtsfolgen nicht nach § 8 PrKG richten, sondern die Klausel ist nach § 307 Abs. 1 BGB und mithin ex tunc unwirksam.</p><h2><strong>Praxishinweise</strong><strong> für Vermieter und Mieter</strong></h2><p>Die Entscheidung hat erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltung von Wertsicherungsklauseln in Gewerberaummietverträgen sowie für bereits bestehende Mietverträge:</p><h3><strong>1. Rückforderungsrisiko</strong> <strong>beachten</strong></h3><p>Vermieter, die formularmäßige Indexierungsklauseln verwenden, die einer AGB-Kontrolle nicht standhalten, müssen damit rechnen, dass die Klausel von Anfang an unwirksam ist. Die auf dieser Grundlage geleisteten Mieterhöhungsbeträge können vom Mieter zurückgefordert werden – im vorliegenden Fall wurde die Beklagte zur Rückzahlung von 6.498,90 € nebst Zinsen verurteilt.</p><h3><strong>2. Sorgfältige Klauselgestaltung</strong></h3><p>Es reicht nicht aus, dass eine Wertsicherungsklausel den Anforderungen des PrKG genügt. Sie muss darüber hinaus auch der AGB-rechtlichen Inhaltskontrolle standhalten. Insbesondere sollte der Ausgangswert für die Indexierung nicht an einen Zeitpunkt vor Mietbeginn anknüpfen, da der Mieter andernfalls für eine Inflationsentwicklung einstehen muss, ohne eine Gegenleistung erhalten zu haben. Zudem ist auf die innere Widerspruchsfreiheit der Klausel zu achten, um dem Transparenzgebot des § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB zu genügen.</p><h3><strong>3. Bestehende Verträge prüfen</strong></h3><p>Vermieter sollten bestehende Gewerberaummietverträge mit formularmäßigen Wertsicherungsklauseln auf ihre AGB-rechtliche Wirksamkeit hin überprüfen lassen, um Rückforderungsansprüche von Mietern frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden.</p><p>Die Entscheidung des BGH zeigt deutlich, wie wichtig eine <strong>rechtssichere Gestaltung von Wertsicherungsklauseln</strong> in Gewerberaummietverträgen ist. Wenn Sie als Vermieter oder Mieter prüfen möchten, ob Ihre Verträge den aktuellen rechtlichen Anforderungen entsprechen, beraten wir von <a href="https://kfr.law" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a> Sie gerne.</p><p>Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Bereich <a href="https://kfr.law/category/asset-management-mietrecht/" target="_blank" rel="noopener">Asset Management &amp; Mietrecht</a> unserer Kanzlei KFR – Kanzlei für Real Estate in <a href="https://kfr.law/kontakt/buero-hamburg/" target="_blank" rel="noopener">Hamburg</a> und <a href="https://kfr.law/kontakt/buero-muenchen/" target="_blank" rel="noopener">München</a>.</p>								</div>
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		<title>Das endgültige Ende der Schriftform für langfristige gewerbliche Mietverhältnisse</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Jungclaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 18 Feb 2026 09:03:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Management & Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mietvertrag & Vertragsgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Gewerblicher Mietvertrag]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In unserem Beitrag vom 20.01.2025 hatten wir bereits darüber berichtet, dass durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz für langfristige Gewerbemietverträge seit dem 01.01.2025 anstelle des Schriftformerfordernisses Textform gilt. Für Altverträge, die vor dem 01.01.2025 abgeschlossen wurden, galt eine Übergangsfrist, die mittlerweile ausgelaufen ist. Auch für diese langfristigen Gewerbemietverträge gilt nunmehr die Textform.  von Sinje Grefe Wie war die [&#8230;]</p>
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									<p><em>In unserem <a href="https://www.kfr.law/rechtsprechungs-updates/schriftform-ade-oder-doch-nicht/">Beitrag vom 20.01.2025</a></em><em> hatten wir bereits darüber berichtet, dass durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz für langfristige Gewerbemietverträge seit dem 01.01.2025 anstelle des Schriftformerfordernisses Textform gilt. </em></p><p><em>Für Altverträge, die vor dem 01.01.2025 abgeschlossen wurden, galt eine Übergangsfrist, die mittlerweile ausgelaufen ist. Auch für diese langfristigen Gewerbemietverträge gilt nunmehr die Textform.  </em></p><p>von Sinje Grefe</p><h2><strong>Wie war die Rechtslage vor dem 01.01.2025</strong><strong>?</strong></h2><p>Vor dem Inkrafttreten des Vierten Bürokratieentlastungsgesetzes galt für langfristige gewerbliche Mietverträge, also solche, die für längere Zeit als ein Jahr abgeschlossen wurden, die Schriftform. Wurde diese nicht eingehalten, galt das Mietverhältnis als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen und war damit ordentlich kündbar.</p><h2><strong>Viertes Bürokratieentlastungsgesetz</strong></h2><p>Mit Inkrafttreten des Vierten Bürokratieentlastungsgesetzes gilt für langfristige Gewerbemietverträge nach <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__578.html" target="_blank" rel="noopener">§ 578 Abs. 1 Satz 2 BGB</a> grundsätzlich die Textform. Ist diese nicht eingehalten, findet weiterhin <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__550.html" target="_blank" rel="noopener">§ 550 BGB</a> Anwendung, d.h. dass diese Mietverhältnisse dann wieder als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen gelten und ordentlich kündbar sind.</p><h2><strong>Übergangsfrist</strong></h2><p>Für Mietverträge, die bereits vor dem 01.01.2025 abgeschlossen wurden, war eine Übergangsfrist bis einschließlich 01.01.2026 vorgesehen, bis zu diesem Zeitpunkt galt für diese Altmietverträge weiterhin die alte Rechtslage, mithin das Schriftformerfordernis. Sollte allerdings ein Bestandsmietvertrag bereits vor dem 02.01.2026 abgeändert werden, galt die Textform auch für diese Änderungen.</p><h2><strong>Aktuelle Rechtslage</strong></h2><p>Für alle langfristigen Gewerbemietverträge, unabhängig davon, ob sie vor dem 01.01.2025 angeschlossen wurden, gilt nunmehr die Textform. Mithin sind etwaige Schriftformverstöße für diese nicht mehr maßgeblich. Ob ein langfristiger Gewerbemietvertrag aufgrund von Formverstößen als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen gilt, richtet sich nunmehr allein danach, ob die Textform eingehalten wurde, sofern die Parteien mietvertraglich nicht etwas anderen bestimmt haben.</p><p>Kontaktieren Sie uns gern, wenn Sie Beratung bei der Gestaltung Ihres Mietvertrages benötigen.</p><p>Ihre Ansprechpartnerin:</p>								</div>
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		<title>Green Lease 2.0 – Die wichtigsten Fakten über den Grünen Mietvertrag</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Jungclaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 28 Feb 2025 14:18:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Management & Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mietvertrag & Vertragsgestaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das sollten Immobilieneigentümer über den Grünen Mietvertrag wissen Von Sinje Grefe und Lena Forster Mit der Überarbeitung des Leitfadens für grüne Mietverträge durch den Zentralen Immobilienausschuss (ZIA) im Februar 2024 wurde der Green Lease an die aktuellen europäischen ESG-Vorgaben angepasst. Die wichtigsten Punkte im Überblick: Was ist ein Green Lease – und welche Vorteile bringt er? [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://kfr.law/green-lease-2-0/">Green Lease 2.0 – Die wichtigsten Fakten über den Grünen Mietvertrag</a> appeared first on <a href="https://www.kfr.law/">KFR Kanzlei für Real Estate</a>.</p>
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									<h2 style="text-align: left;"><strong>Das sollten Immobilieneigentümer über den Grünen Mietvertrag wissen</strong></h2><div><em>Von Sinje Grefe und </em><em>Lena Forster</em><br /><em><br /></em></div><p>Mit der <a href="https://zia-deutschland.de/wp-content/uploads/2021/04/zia_broschuere_green_lease_weboptimiert1.pdf" target="_blank" rel="noopener">Überarbeitung des Leitfadens für grüne Mietverträge durch den Zentralen Immobilienausschuss (ZIA)</a> im Februar 2024 wurde der Green Lease an die aktuellen <a href="https://zia-deutschland.de/project/green-lease-2-0-vom-grunen-mietvertrag-zum-esg-lease/" target="_blank" rel="noopener">europäischen ESG-Vorgaben</a> angepasst. Die wichtigsten Punkte im Überblick:</p><h3><strong>Was ist ein Green Lease – und welche Vorteile bringt er?</strong></h3><p>Der Nachhaltigkeitsgrad kann bei Immobilien nicht nur im Wege der nachhaltigen Neuerrichtung oder Sanierung erreicht und gehalten werden. Vielmehr ist es für Letzteres erforderlich, dass die Immobilie für die gesamte Haltedauer nachhaltig betrieben wird. Hierfür ist die Implementierung von grünen Regelungen im Mietvertrag ein wesentlicher Bestandteil.</p><p>Eine gesetzliche Definition des Begriffes „Green Lease“ gibt es nach wie vor nicht.</p><p>Der ZIA versteht unter <a href="https://zia-deutschland.de/project/green-lease-2-0-vom-grunen-mietvertrag-zum-esg-lease/" target="_blank" rel="noopener">Green Lease</a> nach wie vor „ein auf Nachhaltigkeitsaspekte ausgerichteter Mietvertrag, der durch seine besondere Ausgestaltung, gegebenenfalls flankiert durch die Anforderungen einer etwa vorhandenen Zertifizierung der Immobilie, den Mieter zu einer möglichst nachhaltigen Nutzung und den Vermieter zu einer möglichst nachhaltigen Bewirtschaftung der Immobile veranlassen soll“.</p><p>Für die Praxis bringt der „Green Lease“, dass gerade Immobilien mit einem hohen Nachhaltigkeitsgrad auf dem Immobilienmarkt ein höheres Interesse erhalten und damit auch günstiger finanziert werden können. Ein Vorteil für Immobilieneigentümer.</p><h4><strong>Die Geburtsstunde des Green Lease-Leitfadens</strong></h4><p><b></b><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Im Jahr 2018 erarbeitete der ZIA mit einer Projektgruppe aus Immobilien-Experten eine Definition für den Green Lease. Darauf aufbauend erstellte er einen umfassenden Regelungskatalog des Green Lease.</span></p><p>Dieser Regelungskatalog wurde und wird heute nicht nur von Rechtsanwaltskanzleien zur Gestaltung von nachhaltigen Klauseln als Praxisleitfaden herangezogen. Man kann auch davon ausgehen, dass Banken und Finanzinstitute diesen Leitfaden berücksichtigen, wenn sie Immobilien anhand von ESG-Kriterien bewerten.</p><h4><strong>Was ist neu am Green Lease 2.0?</strong></h4><p>Mit Stand Februar 2024 wurde der vorgenannte Praxisleitfaden vom ZIA nochmals überarbeitet und insbesondere an die europäischen ESG-Regelwerke angepasst. Weiterhin gibt es zwei Kategorien:</p><ul><li><h5><strong>Basis Green Lease:</strong></h5><p><span style="font-size: 16px;">Wurde dabei auf die aus Sicht des ZIA essenziellen Regelungen reduziert und konzentriert sich auf die wichtigsten Aspekte zur Durchsetzung der mit dem Green Lease verbundenen Ziele</span></p></li><li><h5><strong>Erweiterter Green Lease:</strong></h5><p>Enthält umfassendere und detaillierte Regelungsvorschläge</p></li></ul><h4><strong>Der Basis Green Lease</strong></h4><p><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Der ZIA hat im Vergleich zu der Fassung von 2018 nunmehr versucht, den Begriff der „Nachhaltigkeit“ anhand der Taxonomie-Verordnung und der Offenlegungs-Verordnung zu vereinheitlichen. Der Basis Green Lease soll sich nach Ansicht des ZIA nur noch auf folgende Kernelemente konzentrieren.</span></p><h4><strong>Die vier Kernpunkte des Basis Green Lease:</strong></h4><ol><li><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Gegenseitiger Austausch von Verbrauchsdaten</span><strong style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size );">:</strong><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );"> Mieter und Vermieter tauschen Verbrauchsinformationen aus (z.B. zu Energie, Wasser, und Gas),</span></li><li>Förderung nachhaltiger Energiequellen bei der Energie und Wärmeversorgung,</li><li>Ressourcenschonung:<span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );"> Maßnahmen zur Einsparung von Energie und Wasser sowie Reduzierung von Abfall,</span></li><li>Umwelt- und ressourcenschonende Durchführung von Bau- und Reparaturmaßnahmen.</li></ol><h4><strong>Der Erweiterte Green Lease</strong></h4><p><span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );">Der </span>Erweiterte Green Lease<span style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size ); font-weight: var( --e-global-typography-text-font-weight );"> ergänzt die Basisversion um umfassendere Nachhaltigkeitsregelungen. Dazu gehören u.a. energetische Modernisierungen, Zertifizierungen sowie Social und Governance-Aspekte wie Barrierefreiheit.</span></p><p>Ziel ist es, Vermieter und Mieter insgesamt stärker in die Verantwortung für eine nachhaltige Gebäudenutzung einzubinden.</p><h4><strong>Warum lohnt sich für Immobilienbesitzer der Green Lease?</strong></h4><ul><li><h5><strong>Marktvorteil</strong></h5><p>Immobilien mit Nachhaltigkeitsstandards sind bei Käufern und Mietern in der Regel gefragter.</p></li><li><h5><strong>Finanzierungsplus<br /></strong></h5><p>Ggf. bessere Kreditkonditionen durch Erfüllung von ESG-Kriterien.</p></li><li><h5><strong>Zukunftssicherheit</strong> </h5><p>Erreichung ökologischer, ökonomischer und sozialer Nachhaltigkeitsziele.</p></li></ul><h4><strong>Was müssen Sie beachten?</strong></h4><p>Trotz der Überarbeitung des Leitfadens und den Formulierungsvorschlägen des ZIA gibt es nach unserer Praxiserfahrung keine Standardlösung für nachhaltige Mietverträge. Es muss jeweils im Einzelfall geprüft werden, welche dieser Regelung in Bezug auf Mietstruktur, Gebäude und Interessen beider Vertragsparteien sinnvoll ist und auch in der Praxis umgesetzt werden kann. Diese können von lockeren Absichtserklärungen bis hin zu strengen Verpflichtungen reichen. Generell gilt, dass jede Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit in Mietverträgen begrüßenswert ist, jedoch es ein bloßes „Greenwashing“ zu vermeiden gilt. Es ist zu erwarten, dass eine bloße „grüne Fassade“ nicht mehr ausreichen wird.</p><h3><strong>Unser Fazit</strong></h3><p>Wer als Immobilieneigentümer zukunftssicher und nachhaltig handeln möchte, sollte die neuen Green Lease 2.0-Regelungen kennen und grüne Regelungen in Mietverträge integrieren. Dabei sind individuelle Lösungen gefragt – gerne unterstützen wir als Experten Sie bei der Gestaltung. Nehmen Sie gerne Kontakt mit uns  auf.</p><p>Ihre Ansprechpartnerin: </p>								</div>
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					<h6 class="elementor-heading-title elementor-size-default">KFR Kanzlei für Real Estate – Hamburg &amp; München
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									<p>Unverbindlich anfragen: <a href="mailto:info@kfr.law">info@kfr.law</a></p>								</div>
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		<title>Schriftform ade &#8211; oder doch nicht?</title>
		<link>https://kfr.law/schriftform-ade-oder-doch-nicht/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Jungclaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jan 2025 11:46:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Management & Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mietvertrag & Vertragsgestaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Seit dem 01.01.2025 gilt gemäß § 578 Absatz 1, Satz 2 BGB für neue langfristige Gewerberaummietverträge sowie für Änderungen von bestehenden langfristigen Gewerberaummietverträgen die Textform. KFR – Kanzlei für Real Estate erklärt, was das für Vermieter und Mieter bedeutet – und warum die Änderung mehr Unsicherheiten schafft, als sie löst. Was bedeutet die neue Textform? [&#8230;]</p>
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									<p>Seit dem 01.01.2025 gilt gemäß § 578 Absatz 1, Satz 2 BGB für neue langfristige Gewerberaummietverträge sowie für Änderungen von bestehenden langfristigen Gewerberaummietverträgen die Textform. <a href="https://kfr.law/" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a> erklärt, was das für Vermieter und Mieter bedeutet – und warum die Änderung mehr Unsicherheiten schafft, als sie löst.</p><h2><strong>Was bedeutet die neue Textform?</strong></h2><p>Sollte diese nicht eingehalten werden, greift weiterhin<a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__550.html" target="_blank" rel="noopener"> § 550 BGB</a> mit der Folge ein, dass der Mietvertrag trotz Vereinbarung einer festen Laufzeit ordentlich kündbar ist.</p><p>Was vom Gesetzgeber als Erleichterung bzw. Vereinfachung für den Abschluss von langfristigen Mietverträgen gedacht war, führt dennoch zu einigen Konsequenzen, die der Vermieter bzw. die Parteien des Mietvertrages vermutlich vermeiden wollen würden.</p><h3><strong>Neue Risiken durch die Textform</strong></h3><p>Unter anderem folgende neue Problematiken ergeben sich aus der Textform:</p><ul><li><h4><strong>Unbeabsichtigte Vertragsabschlüsse</strong></h4>Da nunmehr die Möglichkeit besteht, Mietverträge oder Änderungen des Mietvertrages durch E-Mails, SMS etc. zu vereinbaren, muss bereits bei der Verhandlung eben solcher darauf geachtet werden, dass allein durch die ausgetauschten E-Mails kein unbeabsichtigter Abschluss zustande kommt.</li><li><h4><strong>Komplexere Transaktionen bei Immobilienkäufen</strong></h4>Im Rahmen des Verkaufes/Ankaufen von Grundstücken/Immobilien muss darauf geachtet werden, dass alle Absprachen zu den bestehenden Mietverträgen gesammelt und zur Verfügung gestellt werden. In Kaufverträgen wird immer häufiger eine Garantie gefordert werden, dass neben benannten mietvertraglichen Vereinbarungen keine weiteren bestehen. Der gesamte <strong>Due-Diligence-Prozess</strong> wird dadurch aufwendiger.<br />Mehr zur Transaktionsberatung – <a href="https://kfr.law/rechtsgebiete/projektentwicklung/" target="_blank" rel="noopener">hier klicken. </a></li><li><h4><strong>Unübersichtliche Vertragsverwaltung</strong></h4>Ebenso kann die eigene Vertragsverwaltung durch die Möglichkeit der Vereinbarung von Mietverträgen/Abweichungen von Mietverträgen durch die Textform unübersichtlicher werden.</li><li><h4><strong>Unklare Anforderungen der Rechtsprechung</strong></h4>Die Anforderungen der Rechtsprechung zum Schriftformerfordernis, die vermutlich auch auf das Textformerfordernis Anwendung finden werden (dies wurde noch nicht gerichtlich entschieden), müssen eingehalten werden. Nach dem Bundesgerichtshof ist für die Wahrung der Schriftform erforderlich, dass die für den Abschluss des Vertrages notwendige Einigung über alle wesentlichen Vertragsbedingungen sich aus der Vertragsurkunde ergeben (Einheitlichkeit der Urkunde). Wie dies im Rahmen der Textform sichergestellt werden soll, ist nur schwer zu greifen. Da für die Wahrung der Textform die Speicherung auf einem dauerhaften Datenträger erforderlich ist, erscheint es problematisch, wie die Einheitlichkeit von einem/mehreren Datenträgern erfolgen soll. Mehr: <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__550.html" target="_blank" rel="noopener">Gesetzestext § 550 BGB</a></li></ul><p>Von daher sprechen nach wie vor gute Gründe dafür, dass die Parteien Vereinbarungen zu strengeren Formerfordernissen vereinbaren, zum Beispiel die Vereinbarung der gewillkürten Schriftform unter gewissen Erleichterungen.</p><p>Gern unterstützen wir von<a href="https://kfr.law/rechtsgebiete/projektentwicklung/" target="_blank" rel="noopener"> KFR &#8211; Kanzlei für Real Estate</a> Sie bei der Findung einer passenden Regelung für Ihren Mietvertrag.</p>								</div>
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		<title>Viertes Bürokratieentlastungsgesetz: Wegfall der Schriftform &#038; Einführung der Textform für langfristige Gewerbemietverträge</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Laura Jungclaus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Jul 2024 12:53:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Management & Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mietvertrag & Vertragsgestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Rechtsprechungs-Updates]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Ende des Schriftformerfordernisses für Gewerbemietverträge? Das Bundesministerium für Justiz hat am 11. Januar 2024 den Referentenentwurf eines Vierten Gesetzes zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der Verwaltung von Bürokratie veröffentlicht (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz). Dort war zunächst noch vorgesehen, dass das Schriftformerfordernis für Gewerbemietverträge vollständig entfällt. Die Bundesregierung hat mittlerweile einen Entwurf des [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[		<div data-elementor-type="wp-post" data-elementor-id="4253" class="elementor elementor-4253" data-elementor-post-type="post">
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									<h2><strong style="color: var( --e-global-color-text ); font-family: var( --e-global-typography-text-font-family ), Sans-serif; font-size: var( --e-global-typography-text-font-size );">Das Ende des Schriftformerfordernisses für Gewerbemietverträge?</strong></h2><p>Das Bundesministerium für Justiz hat am 11. Januar 2024 den Referentenentwurf eines Vierten Gesetzes zur Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der Verwaltung von Bürokratie veröffentlicht (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz). Dort war zunächst noch vorgesehen, dass das Schriftformerfordernis für Gewerbemietverträge vollständig entfällt.</p><p>Die Bundesregierung hat mittlerweile einen Entwurf des Vierten Bürokratieentlastungsgesetzes eingebracht. Dieser sieht nunmehr für Gewerbemietverträge vor, dass die Textform gewahrt werden muss. </p><p><a href="https://kfr.law/" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a> erläutert die geplanten Änderungen und deren Auswirkungen auf die Praxis.</p><h3><strong>Was regelt der Gesetzesentwurf?</strong></h3><p>In dem Gesetzesentwurf der Bundesregierung ist in Art. 15 Ziffer 7 zunächst weiterhin vorgesehen, dass der Verweis in <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__578.html" target="_blank" rel="noopener">§ 578 BGB</a> auf <a href="https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__550.html" target="_blank" rel="noopener">§ 550 BGB</a> entfällt.</p><p>Entgegen des im Januar 2024 veröffentlichen Referentenentwurfes ist aber nunmehr vorgesehen, dass § 550 BGB mit der Maßgabe anzuwenden ist, dass ein Mietvertrag, der für längere Zeit als ein Jahr nicht in Textform geschlossen wird, für unbestimmte Zeit gilt.</p><p>Diese Regelung bedeutet, dass langfristige Mietverträge (also solche mit einer längeren Laufzeit als 1 Jahr) sowie etwaige nachträgliche Vereinbarung hierzu dann nicht mehr tatsächlich von beiden Vertragsparteien im Original unterschrieben werden müssten, sondern, dass zum Beispiel auch der Austausch von unterzeichneten Scanfassungen oder sogar die Vereinbarung per E-Mail oder SMS möglich wäre.</p><p>Für bestehende Mietverträge soll es eine Übergangsregelung von 12 Monaten geben.</p><p>Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz – <a href="https://www.bmjv.de/DE/Startseite/Startseite_node.html" target="_blank" rel="noopener">hier klicken</a></p><h3><strong>Ziele des Vierten Bürokratieentlastungsgesetzes</strong></h3><p>Wie der Name es schon vermuten lässt, soll das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz die Bürgerinnen und Bürger, aber auch die Wirtschaft und Verwaltung, von unnötiger Bürokratie entlasten, die Abläufe vereinfachen und verschlanken und damit auch die Erreichung der Ziele der UN-Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung fördern. Hierzu soll auch ein digitaler Wandel, bspw. durch Verzicht bzw. die Absenkung von Formerfordernissen im Zivilrecht, gefördert werden.</p><p>Außerdem wird erwartet, dass sich die Schriftformkündigungen der Vertragsparteien durch die Herabstufung des Schriftformerfordernisses auf Textform reduzieren; dem Informations- und Dokumentationsbedürfnis eines Erwerbers soll auch durch die Textform ausreichend nachgekommen werden.</p><h3><strong>Derzeitige Rechtslage</strong></h3><p>Das Bürgerliche Gesetzbuch sieht aktuell gemäß §§ 578, 550, 126 BGB vor, dass Gewerbemietverträge schriftlich abgeschlossen werden müssen, wenn sie für einen längeren Zeitraum als 1 Jahr vereinbart werden sollen. Schriftlich im diesem Sinne bedeutet, dass der Mietvertrag tatsächlich vom Mieter und Vermieter unterschrieben werden muss. Gleiches gilt auch für nachträgliche wesentliche Änderungen. Ferner ist es erforderlich, dass sich alle wesentlichen Absprachen zwischen den Parteien aus einer Urkunde ergeben. Wird die Schriftform nicht eingehalten, so kann der Mietvertrag von jeder Partei ordentlich gekündigt werden, da der Mietvertrag dann als auf unbestimmte Zeit abgeschlossen gilt.</p><h3><strong>Warum gibt es das Schriftformerfordernis?</strong></h3><p>Primärer Sinn und Zweck des Schriftformerfordernisses ist der Schutz des Erwerbers einer vermieteten Immobilie.</p><p>Das Gesetz sieht in § 566 Abs. 1 BGB vor, dass der Erwerber einer vermieteten Immobilie in die Rechte und Pflichten des Mietvertrages eintritt. Der Käufer einer Immobilie soll sich also durch die Vorschrift, dass langfristige Mietverträge schriftlich abgeschlossen werden müssen, genau darüber informieren können, in welche vertraglichen Mietvertragsverpflichtungen er eintritt. Wenn der Inhalt des Mietvertrages bzw. etwaige Zusatzvereinbarungen hierzu nicht schriftlich geschlossen wurden und ein Erwerber daher keine umfassende Kenntnis von den Rechten und Pflichten, in die er eintreten soll, erlangen konnte, wird ihm die Möglichkeit eingeräumt, sich von dem Mietvertrag zu lösen. Diese Möglichkeit steht aber nicht nur ausschließlich dem Erwerber einer vermieteten Immobilie zu, sondern auch den Ursprungsparteien des Mietvertrages. Daneben kommt dem Schriftformerfordernis des § 550 BGB noch eine Klarstellungs-, Beweis- und Warnfunktion im Hinblick auf die Mietvertragsparteien zu.</p><h3><strong>Tatsächliche Entlastung durch das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz?</strong></h3><p>Ob das Vierte Bürokratieentlastungsgesetz tatsächlich die erhoffte Erleichterung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Reduzierung von Schriftformkündigungen der Vertragsparteien mit sich bringt, bleibt abzuwarten.</p><p>Sicherlich ist zu begrüßen, dass es Mietvertragsparteien nunmehr möglich ist, auf schnellerem Wege langfristige Mietverträge oder deren Änderungen abzuschließen.</p><p>Fraglich bleibt insoweit aber, ob die entwickelten Kriterien zur Einhaltung der Schriftform, die über die bloße eigenhändige Unterschrift der Parteien hinausgeht, auch auf die zukünftig geltenden Textform Anwendung finden wird. Sollte dies der Fall sein, besteht u.U. auch trotz des Textformerfordernisses die Möglichkeit für die Vertragsparteien, sich von einem ungeliebten langfristigen Mietvertrag vorzeitig zu lösen.</p><p>Für einen Erwerber dürfte der Wegfall des Schriftformerfordernisses sicherlich zu mehr Prüfungsaufwand bei einem Ankauf führen. Für die Erfassung der mietvertraglichen Absprachen der Parteien müssten dann zukünftig die gesamten Mieterakten/Mieterkorrespondenz auf etwaige Absprachen zum Mietvertrag durchgesehen und geprüft werden. Dies führt zu Mehrkosten bei der Ankaufsprüfung. Gleichzeitig besteht aber die ständige Unsicherheit, ob tatsächlich alle Absprachen zum Mietvertrag in der Mieterakte/Korrespondenz erfasst wurden.</p><h2><strong>Ausblick für die Praxis</strong></h2><p>Auch für den Fall, dass das Schriftformerfordernis für Gewerbemietverträge auf die Textform reduziert werden sollte, empfiehlt <a href="https://kfr.law/" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a>, weiterhin alle Regelungen zum Mietverhältnis in Verträgen bzw. Nachträgen festzuhalten und deren Bindung durch (Scan-) Unterschriften der Parteien zu dokumentieren. Nur so lässt sich beweisbar sicherstellen, was Bestandteil des Mietvertrages sein soll. Dies gilt insbesondere im Falle eines Verkaufes, aber auch bei einer (gerichtlichen) Auseinandersetzung zwischen den Parteien.</p><p>KFR – Kanzlei für Real Estate begleitet Eigentümer, Vermieter und Investoren bei der rechtssicheren Gestaltung von <strong>Gewerbemietverträgen</strong> und berät zu den Auswirkungen der neuen Textformregelung.</p>								</div>
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		<title>BGH: Schriftform auch bei einseitig unterschriebenen Mietverträgen gewahrt</title>
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		<pubDate>Mon, 04 Jun 2018 07:08:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Asset Management & Mietrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Mietvertrag & Vertragsgestaltung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Gewerbliches Mietrecht: Dem gesetzlichen Schriftformerfordernis kann auch dadurch genügt werden, dass über einen Mietvertrag mehrere gleichlautende Urkunden aufgenommen werden und jede Partei die für die andere Partei bestimmte Urkunde unterzeichnet. Eines Zugangs dieser Urkunden beim jeweiligen Vertragspartner bedarf es insoweit nicht. Dies lässt sogar einen Faxaustausch der jeweils einseitig unterzeichneten Mietvertragsurkunden zu. KFR – Kanzlei [&#8230;]</p>
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									<p>Gewerbliches Mietrecht: Dem gesetzlichen Schriftformerfordernis kann auch dadurch genügt werden, dass über einen Mietvertrag mehrere gleichlautende Urkunden aufgenommen werden und jede Partei die für die andere Partei bestimmte Urkunde unterzeichnet. Eines Zugangs dieser Urkunden beim jeweiligen Vertragspartner bedarf es insoweit nicht. Dies lässt sogar einen Faxaustausch der jeweils einseitig unterzeichneten Mietvertragsurkunden zu.</p><div><p id="message"><a href="https://kfr.law" target="_blank" rel="noopener">KFR – Kanzlei für Real Estate</a> erläutert die Entscheidung des <a href="https://www.bundesgerichtshof.de/DE/Home/home_node.html" target="_blank" rel="noopener">BGH</a> und deren Bedeutung für die Praxis.</p></div><h2><strong>Hintergrund: Weiterentwicklung der „Theorie der äußeren Form“</strong></h2><p>In einer vielbeachteten Entscheidung hat der BGH jüngst seine „Theorie der äußeren Form“ weiterentwickelt. So hatte der BGH bereits im Jahr 2010 entschieden, dass ein Mietvertrag der gesetzlichen Schriftform entspricht, wenn beide Parteien die Mietvertragsurkunde zwar unterzeichnet haben, der Vertrag aber aufgrund von einer zu langen zwischen beiden Unterschriften liegenden Zeitspanne nicht wirksam zustande gekommen war.</p><p>Obwohl damit der Vertragsschluss erst zu einem späteren Zeitpunkt durch schlüssiges Verhalten (hier durch die Übernahme der Mieträume) und damit nach der Unterzeichnung der Mietvertragsurkunde geschlossen worden war, besteht nach der Auffassung des BGH dennoch ein schriftformgemäßer Mietvertrag, da sich die Absprachen zwischen den Parteien aus einem „äußerlich“ der gesetzlichen Schriftform entsprechenden Dokument entnehmen lassen.</p><h2><strong>Neue Klarstellung des BGH</strong></h2><p>Diese Entscheidung führt der BGH jetzt konsequent fort. Ausreichend für die Einhaltung der gesetzlichen Schriftform ist auch danach, dass der Vertragsinhalt verschriftlicht worden ist.</p><p>Sofern die Vertragsparteien nicht sämtlich auf einer Urkunde unterzeichnen, ist dies der Fall, wenn gleichlautende, aber jeweils nur von einer Partei unterzeichnete Mietvertragsausfertigungen vorliegen. Erforderlich ist nur, dass alle Parteien eine gleichlautende Urkunde unterzeichnet haben.</p><p>Ein Zugang der einseitig unterzeichneten Urkunden bei der oder den jeweils anderen Vertragspartei(en) ist nicht erforderlich. Auf diese Weise soll es – so der BGH – dem durch das Schriftformerfordernis geschützten Erwerber möglich sein, Kenntnis vom Vertragsinhalt zu erlangen.</p><h2><strong>Bedeutung für die Praxis</strong></h2><p>Was ergibt sich hieraus für die Praxis? Zum einen führt die Rechtsprechung sicherlich zu einer Erleichterung, wenn der Mietvertragsabschluss einmal schnell gehen muss und die Parteien sich nicht an einem Ort befinden. Es ist aus unserer Sicht sehr empfehlenswert, in der Urkunde klarzustellen,</p><ul><li>dass die Unterzeichnung der Urkunde durch einseitig unterzeichnete Urkunden vorgenommen werden soll.</li><li>Auch sollte darauf geachtet werden, dass diese Urkunden vollständig ausgetauscht werden.</li><li>Wenn auch nicht für die Schriftform erforderlich, so kommt der Vertrag erst zustande, wenn dieser Austausch erfolgt ist.</li></ul><p>Außerdem kann der schriftformgemäße Vertragsschluss trotz dieser „Erleichterung“ auch zukünftig nur gerichtsfest belegt werden, wenn zwei (bei mehr als zwei Vertragsparteien sämtliche) einseitig unterzeichnete Vertragsurkunden vorgelegt werden können.</p><p>Um das Ergebnis etwas greifbarer zu machen, bietet sich folgende Faustformel an. Die Schriftform ist gewahrt, wenn sich ein Erwerber über den Vertragsinhalt informieren kann. Hierfür reicht es aus, wenn schriftlich abgefasste Erklärungen der Parteien existieren. Die Wirksamkeit des Vertrags ist für die Schriftform ohne Bedeutung.</p><p>Mehr zum Thema: </p><ul><li><a href="https://www.kfr.law/rechtsprechungs-updates/schriftform-ade-oder-doch-nicht/">Schriftform ade – oder doch nicht? </a></li></ul><p><em>Fundstelle: BGH, Urt. v. 7. März 2018 – VIII ZR 129/16 (NJW 2018, 1540)</em></p>								</div>
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		<p>The post <a href="https://kfr.law/einseitig-unterschriebene-vertragsexemplare-schriftform-eingehalten/">BGH: Schriftform auch bei einseitig unterschriebenen Mietverträgen gewahrt</a> appeared first on <a href="https://www.kfr.law/">KFR Kanzlei für Real Estate</a>.</p>
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